Photovoltaik, Projekte

FH Münster unterstützt Künstler bei der Entwicklung der Solar Power Door

FH Münster unterstützt Künstler bei der Entwicklung der Solar Power Door_Bild_FH-MünsterViele Menschen denken automatisch bei dem Wort „Solar“ an große, schwere Module, die aneinandergereiht auf den Dächern von Wohnhäusern für die Erzeugung von Solarstrom sorgen. Doch heutzutage sind Solarmodule auch in ihrer kleinsten Form noch sehr effizient und weiter verbreitet, als man meint. Das präsenteste Beispiel, dass jeder kennt, dürfte wohl der solar betriebene Taschenrechner sein, der bereits seit vielen Jahren die Matheaufgaben vom Grundschüler bis zum Physiker löst. Doch auch beispielsweise auf Autobahnen sieht man Solarmodule, die zur Unterstützung für die elektronischen Verkehrsschilder dienen. Doch die Kombination aus Solartechnik und Kunst ist eine eher neue und ungewohnte Paarung. Die Fachhochschule Münster jedenfalls nimmt dieses Novum an und unterstützt bekannte Künstler bei der Entwicklung eines Kunstwerks mit dem Namen „Solar Door“.

David Smithson, ein in Berlin lebender amerikanischer Künstler, besitzt bereits seit längerem die Vision von einer solar betriebenen Tür, die sich automatisch öffnet und Besuchern „den Weg in eine nachhaltige, umweltfreundliche Zukunft weist“. Um diese Vision in die Realität umzusetzen, fehlte Smithson jedoch jegliche technische Expertise. Bis der Kontakt zwischen ihm und Prof. Dr. Konrad Mertens vom Fachbereich Elektrotechnik und Information der Fachhochschule Münster zustande kam. Für Prof. Dr. Mertens erschien die Idee offenbar so attraktiv, dass er und die FH Münster kurzerhand für die Realisierung des Projekts sorgten.

„Im ersten Monat gingen immer wieder geänderte Entwürfe zwischen Berlin und Steinfurt hin und her“, erinnert sich Mertens an den Ursprung zurück. Nachdem die Anforderungen an das Kunstwerk geklärt waren, folgte die konkrete technische Planung. „Eine besondere Anforderung war, dass lediglich die Solarmodule sichtbar, dagegen Motor, Getriebe und elektrische Komponenten unsichtbar bleiben sollten“, beschreibt der Leiter des Photovoltaik-Labors die Herausforderung des Solarkunstwerks.

Auf die finale Idee für die Umsetzung der Anforderungen kam schließlich Andre Arnds, Masterstudent und Mitarbeiter im Photovoltaiklabor unter Prof. Dr. Mertens. Seine Lösung bestand in einem zweckentfremdeten Garagentorantrieb mit einem speziellen gezahnten Halbkreis für ein leises und gleichmäßiges Öffnen und Schließen der Solartür. Die mechanische Werkstatt der Hochschule hatte hierfür den Halbkreis aus Aluminium passgenau hergestellt, so Mertens weiter.

Während Smithson zur gleichen Zeit in Berlin das Gestell des Kunstwerks zusammenschweißte, entwickelte das Forscherteam der Fachhochschule Münster den Antrieb, die solare Versorgung und die elektronische Steuerung für die Tür. „Wir waren froh, als das Kunstwerk rechtzeitig und voll funktionsfähig am Kloster Bentlage stand“, sagte Mertens. Hier fand am 21. März die „GrensWerteWeltAusstellung“ statt, zu der das Team die „Solar Powered Door“ schließlich auf dem Steinfurter Campus errichtete.

„Das Endergebnis als interaktives Kunstwerk ist genau das, was ich mir gewünscht habe“, bedankte sich Smithson erfreut bei Mertens und seinem Team und betonte dabei, dass das Team sämtliche Anforderungen an das Kunstwerk hervorragend umgesetzt habe.

Die Solar Powered Door hat mittlerweile ihren eigenen Platz im Künstlerdorf Schöppingen gefunden und wird aller Voraussicht nach in ein paar Monaten in Essen den „Weg in eine umweltfreundliche Zukunft“ weisen.

Bild & Quelle: FH Münster/Fachbereich Elektrotechnik und Informatik

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